Der Wartturm

Die Ruine des Wartturmes liegt in 323 m Höhe auf dem nördlichen Ausläufer des Volkenberges „Leinacher Berg“ genannt.Der Durchmesser beträgt 3,70 m, die Mauerstärke 80 cm. Das Alter des Turmrestes wird in der Denkmalliste auf das 15. Jahrhundert datiert.


In dieser Zeit waren beide Leinach vom Würzburger Bischof Johann I. an den Grafen von Wertheim für 15500 Gulden verpfändet.


Im unteren Leinach saß die Familie mit dem Beinamen „Hotz“ von Leinach. In ihrem Wappen findet sich in der oberen Hälfte ein halber aufsteigender Löwe, in der unteren Hälfte ein Rautenmuster. Da der Turm bei der Jahrhundertfeier im Jahre 1900 noch „Löwenturm“ genannt wurde, was in der Feuerwehrchronik Unterleinach überliefert worden ist, kann ein Zusammenhang mit der Unterleinacher Familie der Ritter von Leinach wohl angenommen werden. Auch die älteste Zeichnung des Wartturmes in einem Gült- und Zinsbuch des Klosters Ebrach, das seit 1370 einen Hof der Unterleinacher Ritterfamilie der Hotzen von Leinach besaß, deutet auf den gleichen Zusammenhang hin (heute Hof von Hubert Öchsner, (Ringstr. 24) nördlich unserer alten Pfarrkirche).wartturm

Sicherlich diente der Wartturm aber der Beobachtung der Mainfurt Zellingen – Retzbach und der alten, durch Leinach führenden Pilger- und Handelsstrasse von Italien nach Fulda. Von hier aus konnte man mit Feuerzeichen die Siedlungen im Leinachtal vor herannahenden Feinden warnen und hatte wohl auch Sichtkontakt zur Ravensburg und Falkenburg.

Im letzten Jahrhundert gab es verschiedene Initiativen, den Turm zu sanieren und zu retten. Immer scheiterte es jedoch an den Baukosten. 1975 hatte der Turmrest nur noch eine Höhe von etwa 2 m auf der Südseite und 3 m auf der Nordseite.
1977 machte es sich der „Gesangverein Frohsinn“ zur Aufgabe den Turmrest zu sichern. Eine kleine Erinnerungstafel mit einer Lyra, nach einem Entwurf von des Grafikers Ossi Krapf, und der Aufschrift: „FROHSINN“ 1977 erinnert an den Einsatz des Gesangvereins zur Rettung des heimatgeschichtlichen interessanten und bedeutsamen Bauwerkes. Zur gleichen Zeit stellten die Sänger Tische und Bänke für die Wanderer auf.
1997 wurde im Rahmen eines Projekts, zwischen der Gemeinde Leinach und dem BGJ Zimmerer unter Leitung von Fachlehrer Reinhard Franz eine Schutzhütte aufgebaut.
Im Rahmen unseres 100jährigen Jubiläums errichtete der Arbeitskreis Wartturm unter Leitung von Schreinermeister Alois Steinmetz neue Sitzgruppen, so dass sich hier Wanderer, Naturfreunde und Weinliebhaber nicht nur bei unserer jährlich stattfindenden Weinbergswanderung zum Wartturm wohlfühlen.

Reinhard Steinmetz

 
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